Fahne, Fahnenmutter und Fahnenjunker

Wissenswertes über alte Traditionen

Fahnen haben große Symbolkraft und die Anschaffung einer Fahne ist ein seltenes und besonderes Ereignis, das mit einer feierlichen Fahnenweihe und der Ausrichtung eines großen Festes gebührend gefeiert wird. Die - "Teilnahme mit Fahne" - an einer Veranstaltung, ist nur bei besonderen Anlässen vorgesehen. In der Regel sind das Feste anderer Feuerwehren oder besondere Gottesdienste, aber auch Gedenkfeiern und Beerdigungen verstorbener Mitglieder. Untrennbar mit der Fahne verbunden sind die ehrenvollen Ämter der Fahnenmutter und des Fahnenjunkers.

Für den Kauf einer Fahne war im Gründungsjahr 1901 noch kein Geld vorhanden aber bereits 10 Jahre später konnte man die erste Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Ries anschaffen.

Auszug aus der Generalversammlung am 15. Jänner 1922

In der Generalversammlung war beschlossen worden, eine Fahnenweihe abzuhalten. Als Fahnenmutter hat sich Frau Bürgermeister Himsl bereit erklärt, die Stelle zu übernehmen. Als Fahnenbraut fungiert Fräulein Theres Siglmüller, Bauerstochter in Bockhof. Die Stelle des 1. Fahnenjunkers übernimmt Herr Alois Rothofer Bauerssohn in Ries.


Informationen zur Beschaffung und Finanzierung der Fahne von 1981

1979 wurde mit Blick auf das 80jährige Bestehen im Jahr 1981 die Anschaffung einer neuen Fahne angeregt. Das Jahr 1980 stand dann ganz im Zeichen der Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr, die Vorstandschaft wurde um einen Festausschuss erweitert. Am 8. und 9. August 1981 wurde dann ausgiebig gefeiert. Dazu Auszüge aus den Protokollen:

Auszug aus dem Protokoll der JHV für das Jahr 1978

Als Nachtrag gab Sterzer noch zu bedenken, ob man nicht eine eigene Kasse für den Erwerb der Fahne anlegen solte. Von ihm seien DM 1000,00 sicher, wenn er es noch erlebe. Damit war die Versammlung um ca. 21 Uhr beendet. Man kann sich eigentlich keinen besseren Verlauf einer Generalversammlung wünschen.

Auszug aus dem Protokoll der JHV für das Jahr 1980

Anschließend ging es weiter mit Punkt 3 der Tagesordnung: Kassenbericht. Mit der gewohnten Genauigkeit und mit langjähriger Routine gab Kassier Anton Gastorfer den Kassenbericht. Mit einem Kassenbestand von 6.759,99 DM konnte das Jahr 1980 abgeschlossen werden. Damit war eine gute Ausgangsbasis für das Jahr der Fahnenweihe gesichert.

Zum Tagesordnungspunkt Wünsche und Anträge ergriff Kmdt. Vogl wieder das Wort. Seine Ausführungen drehten sich als Erstes um das Gründungsfest mit Fahnenweihe. Als Erstes gab Vogl bekannt, dass die blanke Fahne zirka DM 5.000,00 koste. Die Stadt Passau habe bereits einen Zuschuß von DM 1.000,00 zugesichert.

Auszug aus dem Protokoll der JHV für das Jahr 1981

Eine durchgeführte Sammlung zur Anschaffung der Fahne hatte auch die Finanzsorgen der Wehr schon frühzeitig beseitigt. Mit dem Sammelergebnis, welches man auf der kleinen Ries kaum erwartet hatte, konnte die Wehr hoch zufrieden sein. Dafür bedankte sich der Kommandant ganz besonders bei den Bürgern und Vereinen. Vogl bedankte sich auch noch für die Überreichung der schönen Fahnenbänder der Stadt Passau, des Patenvereins Hals, der Fahnenmutter, der Fahnenjungfrauen und bei Frau Hedi Plettl. Sein besonderer Dank galt den beiden Sammlern Heinrich Stadler und Benno Schrimpf für ihre hervorragende Arbeit beim Festausschuß.

Die Fahnenmutter nimmt im Verein eine besondere Stellung ein. Sie ist der symbolische "ruhende Pol" im Vereinsleben. Die erste Fahnenmutter der FF Ries war Frau Bürgermeister Himsl. Von 1981 bis zu ihrem Tode 2000 war Frau Gitta Vogl, die Frau des langjährigen 1. Kommandanten Ludwig Vogl unsere Fahnenmutter. Zum 110jährigen Bestehen konnten wir Frau Hedwig Plettl als Fahnenmutter gewinnen.

Das Amt des Fahnenjunkers ist ebenfalls ein Ehrenamt mit großer Verantwortung und Tradition. Früher war dieses Amt nur jungen und unverheirateten Männer vorbehalten. Das ist mittlerweile nicht mehr so; jedoch muss der Fahnenjunker über gewisse körperliche Kräfte verfügen, denn die Fahne wiegt bereits ohne Fahnenbänder 9 kg. Ausserdem ist er für die sachgerechte Verwahrung und Pflege der kostbaren Fahne und Fahnenbänder verantwortlich. Auch die (alten) Rituale und Abläufe bei Festlichkeiten sollten ihm geläufig sein. Durch die exponierte Stellung am Altar oder am Anfang des Festzuges repräsentiert er die eigene Feuerwehr in besonderem Maße. Alte Traditionen sind Brauch bei den Fahnenträgern, z. B. begrüßen sie sich mit dem Kreuzen der Fahne bei großen Festlichkeiten. Die Verneigung der Fahne am Grab verstorbener Kameraden ist ebenfalls ein symbolträchtiger und berührender Akt.

Unsere dokumentierten Fahnenträger seit Gründung sind:

  • 1922   Alois Rothofer
  • 1967   Alois Fuchs
  • 1975   Alois Schrimpf
  • 1978   Franz Klinger          
  • 1980   Gregor Horochlin
  • 1991   Andreas Mautner
  • 1997   Markus Mautner
  • 2013   Dominik Klinger

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